Verlegung auf Trockenhohlbodenkonstruktion

Verlegung auf Trockenhohlbodenkonstruktion

Quelle: MAPEI GmbH

Ergebnisse einer Untersuchung der MAPEI GmbH. 

Fazit von Herrn Dipl.-Ing. Burkhard Prechel (MAPEI GmbH): 

Bei den Belastungstests stellte sich eine Systemverformung über 0,5 mm für Naturwerksteinbeläge als absolut kritisch dar. Ab diesem Verformungsmaß muß mit Schädigungen an starren Belägen in Form von Rissbildungen gerechnet werden. Die nach Normprüfung zulässige Verformung von l/300 führt bei starren Belägen zwangsläufig zu Schäden, während das Bodensystem allein bzw. im Verbund mit elastischen Bodenbelägen derartige Verformungen problemlos und schadensfrei aufnehmen kann.

Der Planer muß bei der Auswahl des zur Anwendung kommenden Bodensystems dieses nicht nur auf die Nutzlasten, sondern auch auf den zu verlegenden Nutzbelag und die dafür erforderliche Begrenzung der Systemverformung abstimmen. Daher sollte in Verbindung mit starren Belägen aus Naturwerkstein die Verformung des Trockenhohlbodensystems max. l/650 betragen. Dies ist nicht nur beim Neubau zu berücksichtigen. Gerade bei Renovierungen und damit verbundenen Erneuerungen der Bodenbeläge bzw. Änderungen der Belagsart müssen der möglichen Verformung des vorhandenen Bodensystems unter der vorgesehenen Nutzlast besondere Beachtung beigemessen werden.

Der Natursteinleger sollte vor Ausführung seiner Leistungen im Rahmen seiner Untergrundprüfungspflicht die Eignung des Hohlbodensystems für die Aufnahme von Natursteinbelägen beim verantwortlichen Planer und / oder Bauherren hinterfragen und diese, ebenso wie die Freigabe des Systemherstellers, schriftlich bestätigen lassen.

Bei der Auswahl eines geeigneten Hohlbodensystems, welches durch die Begrenzung der Verformung auf die Verlegung von Naturwerkstein abgestimmt wurde, können Schäden an der Belagskonstruktion vermieden werden. Eine Ausführung als einlagiges oder zweilagiges Hohlbodensystem hat auf die Verformung unter Lasteinwirkung nur einen untergeordneten Einfluß. Entscheidend ist vielmehr die Biegesteifigkeit der fertigen Tragschicht. Die Stoßverleimung muß über den gesamten Querschnitt in der vom Systemhersteller vorgegebenen Qualität erfolgen. Zu geringe Klebstoffmengen, offene Fugenbereiche und Verklebungen mit Klebstoffüberschuß reduzieren die Tragfähigkeit der Bodenkonstruktion im Stoßbereich.

Die Verlegung von Plattenbelägen auf calciumsulfatgebundenen Hohlbodenkonstruktionen sollte mit hochwertigen Klebemörteln der Klassifizierung C2 gemäß DIN EN 12004 erfolgen. In Abhängigkeit der Belagsformate sind dabei verformbare S1 bzw. stark verformbare S2 Klebemörtel zu verwenden. Die Verwendung von Klebemörteln mit einer schnellen Festigkeitsentwicklung stellt eine schnelle Belastbarkeit und Nutzbarkeit der Belagsfläche sicher. Calciumsulfatgebundene Tragplatten sind feuchtigkeitsempfindlich. Feuchtigkeitseinwirkungen auf die Hohlbodenkonstruktion aus dem Verlegemörtel aber auch aus den begleitenden Baumaßnahmen, wie z.B. Putzer, Maler etc. , müssen auf ein Minimum reduziert werden. Daher sind speziell bei der Verlegung großformatiger Beläge der Auftrag von feuchtigkeitssperrenden , zweikomponentigen Epoxidharzgrundierungen vor der Verlegung und / oder die Anwendung von schnell trocknenden Mörtelsystemen mit einer sogenannten effektiven kristallinen Wasserbindung unbedingt zu empfehlen.

Weiterhin muß der Feuchtigkeitseintrag im Rahmen der Nutzung, speziell in Eingangsbereichen durch von Passanten eingetragenes Niederschlagswasser oder Schnee, berücksichtigt und durch spezielle Abdichtungsmaßnahmen und / oder ausreichend große Sauberlaufzonen ausgeschlossen werden. Außerdem sind im Rahmen der Planung unbedingt die klimatischen Verhältnisse im Hohlraum unter der Tragschicht zu betrachten. Kondensatbildungen an der Plattenunterseite durch Diffusionsvorgänge und Taupunktunterschreitungen müssen ausgeschlossen werden.

Da diese Bodensysteme in Bereichen mit gewerblicher Nutzung eingebaut werden, die höheren Verkehrslasten ausgesetzt sind, ist durch die Anwendung des Buttering-Floating-Verfahren* eine weitgehend vollflächige Bettung der Natursteinplatten anzustreben.

Die Tragfähigkeit von Naturwerksteinbelägen ist neben der Biegefestigkeit des Steines entscheidend von dessen Materialdicke abhängig. In Bereichen mit gewerblicher Nutzung, also erhöhten Verkehrslasten, sollten Naturwerksteinbeläge in Materialdicken von mindestens 15 mm verlegt werden. Mit größeren Materialdicken wird die Bruchlast des Belagmaterials erhöht und die Rissanfälligkeit der Fußbodenkonstruktion reduziert.

Quelle: MAPEI GmbH, Herr Dipl.-Ing. Burkhard Prechel

*Buttering-Floating-Verfahren = Vollflächiger Auftrag des Klebemörtels sowohl auf die zu verlegende Fläche wie auch auf die Rückseite der Natursteinplatten

 

21. Dezember 2015 / von / in
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